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Modellregion Ahlen „Alter und Migration“

Dr. Gabriele Müller-List (2. v. r.) informierte sich bei (v. l.) Maike Michalowski, Birgit Burian, Daniela Noack, Ursula Woltering und Heike Paterak über die sozialpolitische Praxis in Ahlen

„Das ist, was die Menschen wollen“ –  Referatsleiterin informiert sich in der Modellregion Ahlen über „Alter und Migration“. Mit innovativen Ideen, dem Thema „Alter und Migration“ zu begegnen, ist Dr. Gabriele Müller-List nach Berlin zurückgekehrt. Die Beamtin ist als Referatsleiterin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) unter anderem zuständig für die Ressorts „Ältere Menschen“ und „Engagementpolitik“. Einen halben Tag lang informierte sie sich in der im Rathaus ansässigen Leitstelle Älter werden in Ahlen darüber, wie Seniorenarbeit, Integration und Engagementförderung praktisch miteinander verknüpft werden können.


„Für mich ist es wichtig zu sehen, wie vor Ort die Probleme gehandhabt werden“, sagte die Referatsleiterin nach der Begrüßung durch die städtische Sozialplanerin Ursula Woltering. Im Ministerium sei bislang kein Arbeitsbereich eingerichtet worden, der sich der Thematik explizit widme, so Müller-List. Durch zahlreiche Kontakte zu Ursula Woltering sei ihr bekannt, dass Ahlen diesbezüglich eine „Modellregion“ sei. „In kleinen Schritten versuche ich, das Thema voran zu bringen“, will Gabriele Müller-List nicht müde werden, auch bundespolitisch Aufmerksamkeit zu wecken. So habe man lange Zeit spezifische Bedarfe der älteren Migranten nicht gesehen.

 „Zu lange hielt die Gesellschaft an der Illusion fest, die zugewanderten Menschen kehren einestages in ihre Heimat zurück“, analysiert sie nicht frei von Selbstkritik. Stattdessen werden die früher als „Gastarbeiter“ bezeichneten nun in Deutschland alt, wo sie verwurzelt seien. Mehmet Tanli vom Integrationsteam der Stadt Ahlen sprach die Großfamilien an, die wie in der Türkei heute nicht mehr existierten: „Wenn der Vater an Demenz leidet, ist das für viele Familien noch ein Problem, das auch mit falscher Scham zu tun hat.“ Es seien deshalb „kultursensibel“ Pflegeangebote zu schaffen.

 Auf großes Interesse stießen auch die von Stadt- und Sozialplanung vorgesehenen Quartierszentren und das Projekt Nachbarschaftshilfe, das vom BMFSFJ in Ahlen gefördert wird. „Das ist, was die Menschen wollen“, ermunterte Müller-List  Ursula Woltering, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen, dezentrale Wohnangebote über die Stadtteile zu verteilen. Nach einem Gespräch mit den Ehrenamtlichen des Projektes „aktif im Alter“, in dem sich Ehrenamtliche mit und ohne Zuwanderungsgeschichte ehrenamtlich engagieren, war der Gast zum Mittagessen bei der Familie Cubukcu eingeladen. Nach einer abschließenden Begegnung in der Moschee kehrte Gabriele Müller-List zurück nach Berlin.

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