Facebook Fanbox
Kinospot
Mai 2019
M D M D F S S
« Mrz    
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031  
Archive

Planung des Landes: Notunterkunft Bodelschwinghschule wechselt in „Standby“-Modus

Ein Sommerfest feierten Bewohner und Gäste in der Notunterkunft.

Ein Sommerfest feierten Bewohner und Gäste in der Notunterkunft.

Wie ruhig es um das Thema Flüchtlinge nicht nur in Ahlen geworden ist, zeigte am Sonntag der „Tag der offenen Tür“ in der Landesnotunterkunft Bodelschwinghschule. Weitgehend unter sich blieben Bewohner, Ehrenamtler und die Mitarbeiter des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), als die Einrichtung erstmals aus Anlass ihres einjährigen Bestehens die breite Öffentlichkeit zu einem Blick hinter die Kulissen einlud. Zu der vorhergegangenen Gesprächsrunde fanden sich im Pfarrsaal von St. Elisabeth nur eine Handvoll Nachbarn und interessierte Bürgerinnen und Bürger ein. Sie lobten das freundliche Miteinander von Anwohnern und Flüchtlingen.  
„Nach wie vor macht die Zusammenarbeit mit der Bürgergesellschaft in Ahlen Spaß“, versicherte auch ASB-Geschäftsführer Dirk Winter. Er dankte den Menschen, die auf die Einrichtung zugegangen seien, um ihre Hilfe und Mitarbeit anzubieten. Gut sei ebenfalls das Verhältnis zur Polizei und zu den städtischen Dienststellen, mit denen Probleme stets praxisorientiert gelöst würden. „Wir fühlen uns als ASB in Ahlen zuhause“, lautete seine Quintessenz, die jedoch von einer am Wochenende bekanntgewordenen Nachricht der Bezirksregierung Münster getrübt wurde. Demnach läuft der Betrieb der 500 Menschen Platz bietenden Landesnotunterkunft nach jetziger Planung zum 31. März nächsten Jahres aus. Fortgeführt werden soll sie ab April im sogenannten „Standby“-Modus. „Das Land wirft mit Begriffen um sich, für die es noch keine Konzepte gibt“, hinterfragt Winter das Vorgehen kritisch. Dass die Landesnotunterkunft über kurz oder lang auslaufen wird, sei allen Beteiligten angesichts der sich entspannenden Situation wohl klar gewesen. Überrascht habe allerdings die Ankündigung zum jetzigen Zeitpunkt.
Was der vom Land geplante „Standby“-Betrieb für die Stadt Ahlen bedeutet, will Bürgermeister Dr. Alexander Berger kurzfristig in Gesprächen mit der Bezirksregierung klären. „Feinabstimmung und Konzeption müssen gemeinsam mit dem Land entwickelt werden“, sagte Berger. Die „Standby“-Perspektive sei „zunächst einmal eine gute.“ Mit dem ASB habe man im zurückliegenden Jahr einen Partner gehabt, der „leidenschaftlich“ seine Aufgabe erfüllt habe. Ständige Transparenz auch bei gelegentlich unangenehmen Ereignissen sei das Erfolgsrezept gewesen, um in der Öffentlichkeit eine positive Stimmung für die Einrichtung und die in ihr lebenden Menschen zu schaffen.
Eine „fantastische Akzeptanz“ für den Standort erkennt Einrichtungsleiter Detlef Prösch. Ungebrochen sei die Spendenbereitschaft der Bevölkerung. „Die Ahlener machen es uns leicht“, bedankt er sich für die Unterstützung in den zurückliegenden Monaten. In seinen Dank schloss er ausdrücklich den Förderverein für Flüchtlinge ein. Dessen Vorsitzende Angelika Knöpker betonte, „wie wichtig es ist, die zu uns geflüchteten Menschen an die Hand zu nehmen.“ Zwei Dutzend Patenprojekte seien entstanden, um Asylbewerber bspw. bei Ämtergängen zu begleiten. Man brauche die Menschen nicht jeden Tag aufzusuchen, müsse aber immer für sie ansprechbar und erreichbar sein. Dem örtlichen Wachdienst, der von Anfang an in der Einrichtung tätig ist, stellte ASB-Leiter Winter ein allerbestes Zeugnis aus. Dieser sei auch „Kummerkasten“ für die Bewohner. „Immer im Auftreten zurückhaltend genießt er ein sehr großes Vertrauen bei unseren Gästen.“ Dies sei leider nicht überall selbstverständlich.

Klick die Besten
Stadtfenster Aktuell
Klug & Weise