
Regierungsvizepräsidentin Dorothee Feller (2.v.l.) überreichte den Förderbescheid auf dem Gelände der ehemaligen Zeche “Westfalen” an Bürgermeister Benedikt Ruhmöller im Beisein von Hermann Huerkamp (l.), Geschäftsführer Stadtteilforum Süd/Ost e.V., Mattias Bartmann (2.v.r.) und Christian Kruthoff (r.) vom Fachbereich Stadtentwicklung
Der Förderbetrag von 480.000 Euro wurde am letzten Mittwoch (8. August) der Stadt Ahlen zugesprochen. Die Vizepräsidentin der Bezirksregierung Münster, Dorothee Feller, überreichte den Förderbescheid an Bürgermeister Benedikt Ruhmöller. Mit dem Zuschuss soll die lokale Ökonomie – also die wirtschaftliche Entwicklung – im Ahlener Südosten in den nächsten drei Jahren nachhaltig gefördert werden. Von einem Wirtschaftsbüro im Stadtteilzentrum „Glückaufheim“ werden die Aktivitäten zur wirtschaftlichen Förderung im Stadtteil entwickelt und koordiniert.
Auf dem Gelände der ehemaligen Zeche „Westfalen“ überreichte die Vize-Chefin des Regierungsbezirks Münster dem Ahlener Bürgermeister den sehr umfangreichen, mit zahlreichen Anlagen versehenen Förderbescheid. Dorothee Feller hatte zuvor den Ostenstadtteil sowie das Zechengelände besichtigt und zeigte sich tief beeindruckt von der außergewöhnlichen Entwicklung seit der Zechenschließung im Jahre 2000.
Die Frau muss es wissen: Sie begann ihre Laufbahn in der Bezirksregierung in der Städtebauförderung, von der der Strukturwandel im Ahlener Südosten und vor allem auch die Stadtteilerneuerung intensiv begleitet werden. Feller erinnerte an die Lenkungsgruppe für die Folgenutzung auf dem Zechengelände, die seinerzeit von Bürgermeister Ruhmöller eingerichtet wurde und in der sie als Vertreterin der Bezirksregierung aktiv mitwirkte: „Da wurden die ersten entscheidenden Weichen für die jetzt ablesbare erfolgreiche Entwicklung auf diesem Zechengelände und dem ganzen Stadtteil gestellt.“
Doch der wirtschaftliche Strukturwandel nach dem tiefgreifenden Einschnitt einer Zechenschließung sei keinesfalls innerhalb von zwölf Jahren zu schaffen, bestätigte die Regierungsvertreterin dem Bürgermeister. Feller begrüßte es deshalb, dass die Stadt Ahlen für ihren Südosten an dem Landesprogramm zur Förderung der lokalen Ökonomie teilnehme und dafür ein Wirtschaftsbüro im Stadtteil einrichten wolle: „Dadurch kann nachhaltig zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Ahlens beigetragen werden.“ Das Land sei sehr daran interessiert, die vorhandenen kleinräumlichen wirtschaftlichen Strukturen nachhaltig zu entwickeln.
Mit dem Zuschuss von 480.000 Euro werden drei Jahre lang achtzig Prozent der Gesamtkosten von 600.000 Euro für das Projekt gedeckt. Mit den Mitteln wird ein Wirtschaftsbüro in Trägerschaft des Stadtteilforums e. V. als niedrigschwellige Anlaufstelle für wirtschaftsfördernde Aktivitäten als Teil des Stadtteilmanagements eingerichtet. Dieses Büro entwickelt und begleitet dann Projekte zur Stärkung der wirtschaftlichen Strukturen; es leistet aufsuchende und begleitende Beratung sowie die Qualifizierung von Betrieben und Arbeitnehmern, die Förderung von Existenzgründungen, Netzwerkarbeit und Imageverbesserung.
Die Ziele dieser Förderung liegen aus Sicht des Landes – entsprechend dem Förderantrag der Stadt – in der wirtschaftlichen Strukturerneuerung und der Stärkung lokaler Unternehmen, im Generieren zusätzlicher Nachfrage und in der Qualifizierung der kleinen und mittleren Betriebe des Stadtteils. Diese sind auch im Wesentlichen die Zielgruppe der Aktivitäten, wobei im Ahlener Südosten besonders auch die Bevölkerung mit Migrationshintergrund in ihrem wirtschaftlichen Engagement aktiviert werden soll.
Bürgermeister Ruhmöller dankte der Regierungsvizepräsidenten Feller für die Landesförderung und machte zugleich deutlich, dass das Projekt der lokalen Ökonomie im Ahlener Südosten eng mit der gesamtstädtischen Wirtschaftsförderung verzahnt werden müsse. Südlich der Bahnlinie verfüge die Stadt bereits über „starke wirtschaftliche Potentiale“, so seien hier wichtige Industrie-, Handels- und Dienstleistungsbetriebe vorhanden. Diese Potentiale sollen durch das Projekt der lokalen Ökonomie – dank der Förderung – zusätzlich aktiviert und genutzt werden, um besonders auch im Sinne der Beschäftigungsförderung wirksam zu werden.


